Klicken statt blättern: E-Books könnten bald den Durchbruch schaffen – dank grösserem Literaturangebot und neuen Lesegeräten.
Rund 200 Bücher haben Platz im Kindle von Amazon. Bild: pd
An der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, die noch bis Sonntag läuft, gibt es Literatur nicht nur zwischen den Buchdeckeln, sondern auch auf dem Display. 361 der rund 7000 Aussteller führen elektronische Bücher im Sortiment. Amazon und Sony stellen dazu ihre elektronischen Lesegeräte vor.
Bereits vor zehn Jahren sorgten die ersten E-Books für Wirbel. Doch diesmal könnte sich die Technik durchsetzen. Zum einen hat das Angebot an E-Books deutlich zugenommen. «Längst gibt es nicht mehr nur Fachliteratur für den Bildschirm, sondern auch belletristisches Angebot, Reiseliteratur und sogar Kochbücher», sagt Thomas Minkus, Pressesprecher der Frankfurter Buchmesse. Heutzutage kann man aber auch Zeitungen wie die New York Times und diverse Blogs auf den Lesegeräten lesen.
Bessere Technik
Zum anderen ist die Technik gereift. Die neuen Lesegeräte (siehe unten) haben eine längere Batterielaufzeit, mehr Speicherplatz und eine höhere Bildschirmqualität. Die neuen Displays basieren auf der E-Ink-Technologie, mit der die Anzeige wie ein bedrucktes Blatt Papier aussieht, ohne Flackern und ohne Hintergrundbeleuchtung.
Hinzu kommt: Die Preise für die Lesegeräte dürften «in den kommenden zwei Jahren deutlich sinken», sagt András Németh von books.ch. 80 000 E-Books hat das Schweizer Portal im Angebot. Die Verkaufsmenge sei derzeit zwar noch «marginal», dafür beweist die rare Klientel Geschmack: Unter den fünf bestverkauften E-Books befindet sich Goethes «Werther».
Amazon
Über das Handynetz gelangt der Kindle von Amazon zum eigenen E-Book-Store mit rund 180 000 Titeln. Der Reader hat ein 6 Zoll grosses E-Ink-Display. Den Kindle gibt es in den USA für 359 Dollar. Über den Marktstart in der Schweiz hält sich Amazon noch bedeckt.
Sony
Der PRS-505 von Sony hat ein 6 Zoll grosses E-Ink-Display und einen 192-MB-Speicher. Über eine Software kann man Bücher auf den Reader übertragen. In Grossbritannien wird der PRS-505 für 199 Pfund angeboten. In die Schweiz kommt er im Sommer 2009.
Bookeen
Auch das Cybook von Bookeen hat ein 6 Zoll grosses E-Ink-Display. Mit 512 MB Speicher hat der Reader viel Platz auch für dicke Wälzer. Bücher gelangen über USB oder den SD-Kartenleser in den Reader. Das Cybook gibt es in der Schweiz bei books.ch für 530 Franken.
Plastic Logic
Der Reader von Plastic Logic setzt auch auf E-Ink und trumpft mit einem 11 Zoll grossen Bildschirm auf. Dieser besteht aus Kunststoff und nicht aus Glas und ist damit sehr robust. Das Gerät kommt 2009 auf den Markt. Dann gibt es Angaben zum Preis und zum Namen.
Von Bartosz Wilczek
Share on Facebook