Archiv der Kategorie ‘Interview‘

Ob Kontinente, alle Länder Afrikas, die Bundesstaaten der USA oder die Metrostationen von Paris – mit dem Internet-Service «geckno.com» kann man ganz einfach die schwierigsten Geografie-Knacknüsse knacken und die spitzfindigsten Listen auswendig lernen. Natürlich kann man auch eigene Listen erstellen und anderen Super-Brains zur Verfügung stellen. Na dann: Das Hirnen geht los.
http://geckno.com
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Der in Paris lebende Schweizer Musiker Christoph H. Müller spricht über Musik im Zeitalter des Internets, über neue Projekte und wann es Gotan Project das nächste Mal live in der Schweiz zu hören gibt.
Tango für das neue Jahrtausend: 2001 veröffentlichte das französisch-argentinisch-schweizerische Trio Gotan Project ihr Debütalbum. «La Revancha del Tango», eine Fusion aus Tango und elektronischen Beats, hat sich weltweit über eine Million Mal verkauft. 2006 folgte mit «Lunático» das zweite Studioalbum. Christoph H. Müller, der Schweizer Part von Gotan Project, verrät, wann das dritte Studioalbum herauskommt und weshalb man das Copyright auch im Internetzeitalter nicht aufgeben sollte.
Herr Müller, welche Alben haben Sie sich zuletzt gekauft?
«Carried to Dust» von Calexico zum Beispiel. Deren CDs bekomme ich zwar meistens geschenkt, diese habe ich mir aber gerne gekauft. Und dann noch die neuen CDs von Fujiya & Miyagi, Roots Manuva und von Umalali aus Belize.
Sie kaufen also weiterhin vorwiegend CDs? Immer mehr Musikkonsumenten holen sich die Musik vornehmlich aus dem Internet. In Downloadshops gibt es die Songs bequem per Mausklick.
Ich liebe Musik als Objekt, in Form einer CD oder einer Platte. Ich stöbere gerne in Platten- und Secondhand-Läden, lasse mich vom Angebot überraschen und kaufe mir viele CDs und Platten. Und natürlich nutze ich daneben auch Downloadshops, dabei aber vor allem spezialisierte Websites wie bleep.com. Über bleeb.com bin ich übrigens auf Fujiya & Miyagi gestossen.
Neben kostenpflichtigen Plattformen wie iTunes oder MySpace Music gibt es zahlreiche, zum Teil auch illegale Download-Websites, die keine Lizenzabkommen mit den Plattenfirmen haben, und die Songs kostenlos anbieten. Vor diesem Hintergrund sprechen sich Branchenkenner wie Peter Jenner, Ex-Manager von Pink Floyd, gegen das exklusive Urheberrecht aus, schliesslich seien Copyrights heutzutage kaum noch durchsetzbar. Einverstanden?
Nein. Das Copyright ist sehr sinnvoll. Man sollte sich wirklich zweimal überlegen, ob man das aufgibt. Zumal es sehr lange gedauert hat, das Copyright durchzusetzen. Unsere Kultur hat so viel hervorgebracht, und es entsteht immer noch sehr viel Neues, selbstverständlich auch in der Musik. Diese neuen Ideen müssen doch geschützt werden.
37 Milliarden Dollar wurden im Jahr 2000 durch CD-Verkäufe erzielt. Heute sind es sieben Milliarden weniger, weil viele Musikkonsumenten auf Download-Angebote umsteigen. Macht Ihnen das als Musiker Sorgen?
Es gibt heutzutage wirklich Wichtigeres, über das man sich Sorgen machen könnte. Aber ja: Für Musiker haben diese Entwicklungen negative Auswirkungen. Es werden weniger CDs verkauft, gleichzeitig bietet das Download-Geschäft noch keine Kompensation. Ich glaube aber nicht, dass der illegale Download alleine den Musikmarkt zerstört hat. CDs waren und sind noch immer viel zu teuer. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Kosten für die Produktion der CDs in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind. Diese Kostenreduktion wurde aber nicht auf den Konsumenten übertragen. Dafür wurde das Marketing immer wichtiger und die Kosten schossen in die Höhe. Ebenfalls wurde von Seiten der grossen Labels wenig in neue kreative Musik investiert. Nun sind sie selbst schuld, dass die CD-Verkäufe einbrechen.
Dass Musik im Internet erschwinglicher wird, ist aus Sicht der Musikkonsumenten aber zu begrüssen.
Klar können Musikkonsumenten Songs sehr günstig und zum Teil sogar gratis downloaden. Das geht aber auf Kosten der Klangqualität. Die technische Entwicklung ist beinahe absurd. Auf der einen Seite kann man die Songs in fantastisch ausgerüsteten Tonstudios in nahezu perfekter Qualität aufnehmen, in Frequenzen sogar, die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar sind. Auf der anderen Seite liefert man die Songs in einer Qualität an das Publikum, wie man es zuletzt vom Grammophon kannte, um es überspitzt zu formulieren. Die MP3-Qualität ist schlecht. Und langfristig könnten sich die Musikliebhaber an diese schlechte Qualität gewöhnen.
Mit 200 Millionen Nutzern, davon rund fünf Millionen Bands, ist MySpace ein weltweites Phänomen. Wie schätzen Sie das soziale Netzwerk ein?
Ein Profil bei MySpace kann man mit einer Vitrine vergleichen. Eine Band kann sich und ihre Musik einem grösseren Publikum präsentieren. Musikfans wiederum können dort einen ersten Eindruck von der Band gewinnen und schnell reagieren, wenn ihnen etwas gefällt.
Ende September hat MySpace mit MySpace Music eine eigene Download-Plattform lanciert und als Konkurrenz zu Apples iTunes positioniert. Streaming-Angebote sollen gratis bleiben, das Download-Angebot wird aber kostenpflichtig.
Konkurrenz ist grundsätzlich gut. Beide Plattformen bedienen aber eher den Mainstream-Geschmack. Wie gesagt, ich nutze auch Download-Plattformen, konzentriere mich aber auf musikalisch spezialisierte Websites. Dass MySpace nun auch Downloads zum Kaufpreis anbietet, finde ich grundsätzlich schade, weil dies gegen die ursprüngliche Idee von MySpace geht.
Nämlich?
Die ursprüngliche Idee von MySpace hatte doch anarchische Züge. Bands sollten eine eigene Plattform erhalten, um sich darzustellen. Heute geht es um das grosse Business.
Welche Erfahrungen haben Sie mit MySpace gemacht?
MySpace ist natürlich auch ein Netzwerk für Musiker. Das Profil von Gotan Project wird zwar von unserem Musiklabel unterhalten. Mit meinem Nebenprojekt Radiokijada bin ich aber mit einem eigenen Profil bei MySpace aktiv und vernetze mich mit anderen Musikern. Auf diesem Wege kamen schon unterschiedliche Kooperationen zustande – zum Beispiel habe ich Bands für Remixes von Radiokijada kontaktiert.
Um was geht es bei Radiokijada?
Zusammen mit dem peruanischen Perkussionisten Rodolfo Muñoz arbeite ich seit 2003 quasi zwischen Paris und Lima an Radiokijada. Dabei handelt es sich um afro-peruanischen Sound, die Musik und Kultur der hautsächlich schwarzen Bevölkerung der Pazifik-Küste Perus. Garantiert ohne Panflöte also! Im November kommt eine EP mit vier Stücken heraus. Und nächstes Jahr gibt es dann das erste Album.
Nach «La Revancha del Tango» 2001 mussten sich die Fans sechs Jahre auf «Lunático», das zweite Studioalbum von Gotan Project, gedulden. Wann kommt das dritte Studioalbum heraus?
Voraussichtlich 2010. Wir wollen uns Zeit nehmen. Es wird so viel produziert. Der Markt wird quasi überschwemmt. Wir wollen etwas produzieren, das Wert hat und relevant ist. Diesen November veröffentlichen wir aber eine Box, mit zahlreichen Specials, etwa einer Doppel-CD mit Live-Aufnahmen, einer Vinyl-Single, einer DVD und einem Fotoband.
Gibt es dabei auch neues Material zu hören?
Wir haben je ein Stück aus den beiden Studioalben im Stil des klassischen Tangos neu arrangiert. Das ist für uns ein intellektuelles Spiel. Auf unseren Alben haben wir den klassischen Tango in die Moderne überführt. Nun nehmen wir diese modernen Tango-Versionen und bringen sie wieder zurück zu ihrem Ursprung.
Und wann kommt Gotan Project in die Schweiz?
Wir spielen am 5. Dezember in Lausanne, im Les Docks. Das ist dieses Jahr leider unser einziges Konzert in der Schweiz.
Von Bartosz Wilczek
Radiokijada bei MySpace
Gotan Project
Gotan Project bei MySpace
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Geschrieben von Bartosz Wilczek, 1. Nov 2008, Rubrik: Interview, 1 Kommentar
Candid Wüest, «Virenjäger» und Security Response Engineer bei Symantec

Wie hat sich die Form der Angriffe auf private PCs in den letzten Jahren verändert?
Der grösste Teil schädlicher Software gelangt heute nicht mehr über Mail-Anhänge auf den PC. Rund drei Viertel des gesamten Schadcode wird über Websites verbreitet. Auch sogenannt seriöse Websites können gehackt sein. Wenn man eine solche Website aufruft, können Trojaner über Sicherheitslücken im Browser auf den PC gelangen. Heutzutage gibt es schätzungsweise an die 100 000 Websites, die, meist unwillentlich, Schadcode enthalten. Weil Trojaner über Schwachstellen im Browser eindringen, ist es wichtig, diesen immer auf dem neuesten Stand zu halten.
Ist es immer noch so, dass das Windows-Betriebssystem anfälliger auf Malware ist als Mac OS oder Linux?
Ja, wobei dies vor allem damit zu tun hat, dass Windows wegen seiner grossen Verbreitung für Malware-Programmierer attraktiver ist.
Worauf hat es heutige Malware abgesehen?
Während es frühe Viren-Programmierer lediglich darauf abgesehen haben, sich selbst und anderen etwas zu beweisen und Aufmerksamkeit zu erregen, verfolgen heutige Malware-Entwickler klar kommerzielle Absichten. PCs werden gezielt nach sensiblen Daten wie Passwörtern, Angaben zur Kreditkarte oder zum Bankkonto abgesucht. Diese Daten gelangen dann via Foren oder Blogs an Käufer. Die Nachfrage nach solchen Daten ist gross, es besteht ein regelrechter Untergrundmarkt.
Ist es also nicht auszuschliessen, dass meine Kreditkartendaten in fremde Hände geraten, wenn ich online einkaufe?
Sofern sich ein Trojaner auf ihrem Computer befindet, besteht ein hohes Risiko.
Auch, wenn ich eine Antivirussoftware installiert habe?
Die Gefahr verringert sich dann enorm. Ein Software-Paket wie Norton Internet Security enthält Antivirus-, Firewall- und Antiphishing-Funktionen. Auch werden damit mögliche Lücken im Browser besser abgesichert.
Was tut man global im Kampf gegen Malware?
Einmal verfolgt man über den Geldfluss die Spuren der Malware-Programmierer. Diese haben sich dann häufig vor Gericht zu verantworten. Bei den Schreibern von Schutzsoftware hat in letzter Zeit ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Weil es eine Tatsache ist, dass heute mehr Malware als nützliche Software geschrieben wird, ist man davon losgekommen, die Spreu vom Weizen trennen zu wollen. Man sucht heute lediglich nach Kriterien dafür, was nützliche Software ist. Alles Übrige versucht man zu verbannen.
Von Tobias Chi
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Der Schweizer Rapper Bligg weiss MySpace zu nutzen – und promotet auf der Musik-Plattform seine neue CD «0816».
Diesen Freitag erscheint mit «0816» die neue CD von Bligg. Und natürlich promotet der Schweizer Rapper auch auf MySpace sein neues Album. «Die Website ist ein zusätzliches PR-Tool», sagt er. Auf seinem individuell gestalteten MySpace-Profil informiert Bligg über anstehende Konzerte, veröffentlicht Videos und Songs, zum Beispiel auch die neue Single «Rosalie».
MySpace ist ein soziales Netzwerk im Internet und spezialisiert auf Musik. 2003 gegründet sind heute bereits 200 Millionen Nutzer registriert, darunter fünf Millionen Bands. Auf MySpace finden Fans neue Bands und Musiker ihr Publikum.
Gerade auch für Newcomer ist die Musikplattform eine grosse Chance, denn theoretisch können auf MySpace auch Bands ohne Plattenvertrag ein Millionenpublikum erreichen. «Für junge Künstler ist MySpace ein kostenloser Weg, ihre Musik an die Leute zu bringen», sagt Bligg. Doch Vorsicht ist angebracht: «Viele junge Musiker treten mit ihrer Arbeit zu schnell an die Öffentlichkeit, obwohl sie qualitativ noch nicht bereit sind. Die meisten bereuen das später», warnt der Rapper.
Zwar schafften Künstler wie Lily Allen und die deutsche Rapperin Lady Bitch Ray den Durchbruch nicht zuletzt dank den zahlreichen Klicks auf MySpace. Ob sich eine Band durchsetzt, hängt aber auch davon ab, ob sie ein «starkes Team im Rücken hat», sagt Bligg.
Von Bartosz Wilczek
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Geschrieben von Bartosz Wilczek, 28. Okt 2008, Rubrik: Interview, Kommentare schreiben
Marcel Bügler, Fotofachmann bei der Foto Bären Optik AG in Zürich

Kann eine 5-Megapixel-Handy-Kamera mit einer digitalen Kompaktkamera Schritt halten?
Marcel Bügler: Zuerst einmal ist festzuhalten: Die Anzahl Pixel bedeutet nicht automatisch Qualität. Sehr viel hängt vom Zusammenspiel der einzelnen Komponenten ab.
Was heisst das genau?
Wenn man eine Kamera mit 5 Megapixeln besitzt, deren Objektivleistung nicht ausreicht, um die Bildinformationen detailgetreu aufzunehmen, dann nützt die Anzahl Pixel wenig. Gerade bei den miniaturisierten Kameramodulen flacher Handys muss bei der Grösse und somit der Qualität des Objektivs gespart werden. Eine Kamera mit vielen Pixeln, aber schlechtem Objektiv, ist vergleichbar mit einem Ferrari, den man nur in der 30er-Zone fahren kann.
Ist man mit einer digitalen Kompaktkamera also immer noch besser beraten?
Es kommt immer auf den Zweck und die Ansprüche an. Für Schnappschüsse im Ausgang geben sich viele mit Handy-Kameras zufrieden. Für detailreiche Panoramabilder des Grand Canyon hingegen kommen Sie an einer Spiegelreflex nicht vorbei. Ein Kriterium ist auch, ob man die Fotos nur am Bildschirm oder auch auf Papier haben will. Spätestens hier werden die Unterschiede sichtbar.
Welche Kamera nehmen Sie in die Ferien mit?
Im Familienurlaub bleibt meine sieben Kilogramm schwere Ausrüstung manchmal zu Hause, aber eine meiner Kompaktkameras ist immer mit dabei. (chi)
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Per Klick zum Trinkgelage: Was man sonst noch mit Facebook anstellen kann oder doch besser lässt, verraten fünf Prominente.
Seit sich Hunderte von Jugendlichen in Schweizer Grossstädten zum «Botellón» treffen, ist hinlänglich bekannt, dass man die Massen via Facebook zu allerhand Unfug mobilisieren kann. Das soziale Netzwerk hat freilich auch positive Seiten.
«Facebook ist das ideale Verwaltungsprogramm für Bekanntschaften», sagt der grüne Nationalrat Bastien Girod. Nutzer können auf dem Internetportal facebook.com eigene Profile mit persönlichen Informationen und Fotos erstellen und diese mit den Profilen von Freunden verlinken.
Dadurch werden auch deren Freunde sichtbar und man erkennt, wer mit wem über welche Beziehungen verknüpft ist. Der Umgang innerhalb der Facebook-Gemeinschaft ist unkompliziert. «Es besteht weniger Verpflichtung als bei normaler E-Mail-Kommunikation», sagt Taschen-Designer Daniel Freitag.
100 Millionen Nutzer
2004 durch den Harvard-Studenten Mark Zuckerberg gegründet, sind heute weltweit bereits 100 Millionen Personen bei Facebook registriert. Die Konkurrenz-Plattform MySpace ist mit 200 Millionen Anwendern zwar noch immer doppelt so gross, doch Facebook holt auf.
Laut Angaben des US-Marktforschers comScore ist Facebook die am stärksten wachsende Internet-Gemeinschaft der Welt. Vor allem in Europa, im Nahen Osten und in Afrika hat Facebook im letzten Jahr an Boden gewonnen.
In Kontakt bleiben
Facebook wird in erster Linie im privaten Rahmen genutzt. «Ich bin dabei, um mit meinen Freunden in Kontakt zu bleiben und Klatsch auszutauschen», sagt Xenia Tchoumitcheva, Vize-Miss-Schweiz 2006. Und Viva-Moderator Robin Rehmann will «mit möglichst vielen Frauen gleichzeitig flirten».
Als PR-Instrument dringt Facebook aber immer mehr auch ins Business vor. Sängerin Börni Höhn etwa betreibt eine Fan-Seite. Und für Bastien Girod dient Facebook auch für die politische Kommunikation: «Es besteht die Möglichkeit, politische Initiativen und Gruppen zu lancieren und zu unterstützen.»
Xenia Tchoumitcheva, Vize-Miss-Schweiz 2006 und Model
Anzahl Freunde: ca. 400
Dos: «Ich nutze den Chat sehr häufig, mittlerweile sogar häufiger als den MSN Messenger. Und dann mag ich auch das Spiel ‹Friends for Sale› – teilweise resultiert ein richtiger Wettkampf darüber, wer sich den Freund ergattern kann.»
Don’ts: «Das Spiel ‹Fantasy Stock Exchange›. Es ist zwar eine gute Übung für den An- und Verkauf von Aktien. Das Spiel ist aber zu langsam und leider auf den amerikanischen Markt beschränkt.»
Börni Höhn, Sängerin
Anzahl Freunde: 73
Dos: «Man kann sich ganz verschiedenen lustigen Gruppen anschliessen. Zum Beispiel gibt es die Gruppe ‹Ich habe eine Party mit Big-Head überlebt› – ich finde das ziemlich cool.»
Don’ts: «Wenn man eine Beziehung hat und diese nicht preisgeben will, dann klickt man besser nicht auf ‹Ist jetzt in einer Beziehung›. Aber ich spreche da nicht von mir.»
Robin Rehmann, VIVA Schweiz Moderator
Anzahl Freunde: 621
Dos: «Ich finde es super, unkompliziert und schnell Einladungen für Events zu versenden. Am liebsten schaue ich mir aber selbstgemachte Handy-Videos von Facebook-Freunden an und natürlich produziere ich auch selber welche.»
Don’ts: «Spam! Es reicht wirklich, einmal eine Event-Einladung zu versenden. Alles andere finde ich störend.»
Daniel Freitag, Taschen-Designer
Anzahl Freunde: 109
Dos: «Wichtig ist, nur Leute in die eigenen Kontakte aufzunehmen, die man persönlich kennt. Ich kenne alle meine Facebook-Kontakte persönlich. Das sind alles gute Freunde und Bekannte von mir. Eine konsistente Gruppe von Leuten vereinfacht den Umgang miteinander.»
Don’ts: «Ich installiere in der Regel keine zeitfressenden Applikationen.»
Bastien Girod, grüner Nationalrat
Anzahl Freunde: 289
Dos: «Die Anwendung ‹I am Green› macht sich sehr gut. Damit kann man bei jeder Nachricht ein kleines ökologisches Geschenk mitsenden, das wirklich nicht mehr als einige Bytes verbraucht.»
Don’ts: «Persönlich finde ich die Einladungen zu Facebook-Anwendungen nicht sehr sinnvoll. Man sieht ja selber, welche Anwendungen die eigenen Freunde verwenden.»
Von: Bartosz Wilczek
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Geschrieben von Bartosz Wilczek, 2. Sep 2008, Rubrik: Interview, Kommentare schreiben
Urs Näpflin ist CREE zertifizierter Euro-Ergonome bei der Suva Luzern

Was kann alles passieren, wenn man sich am PC-Arbeitsplatz ergonomisch falsch verhält?
Zentrales Ziel der Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz ist die Schaffung geeigneter Arbeitsbedingungen, um eine effiziente und fehlerfreie Arbeitsausführung sicher zu stellen und gesundheitliche Schäden auch bei langfristiger Ausübung einer Tätigkeit vorzubeugen. In dem Zusammenhang würde ich nicht von ergonomisch richtigem oder falschem Verhalten sprechen, sondern vielmehr von einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung, welche gute räumliche, klimatische und lichttechnische Rahmenbedingungen schafft. Sie soll aber auch die anpassparen Arbeitsmittel (Tisch, Stuhl, Hardware und Software etc.) berücksichtigen. Schliesslich ist die optimale Arbeitsorganisation bis zur Pausengestaltung zu berücksichtigen.
Die negativen Folgen ungenügender Arbeitsplatzgestaltung am PC-Arbeitsplatz sind primär Leistungseinschränkung, schnellere Ermüdung (z.B. bei ungenügenden Lichtverhältnissen, zu kleiner Zeichengrösse am Bildschirm oder durch Lärm). Aus betriebswirtschaftlicher Perspektive ist die Leistungseinschränkung ein bedeutender Grund, Investitionen in die Bildschirmergonomie zu tätigen.
Bei der längerfristigen PC-Arbeit können auch Beschwerden entstehen. Die häufigsten genannten Beschwerden sind Augenbeschwerden und Wirbelsäulenbeschwerden gefolgt von Kopfschmerzen und Müdigkeit. Das Auftreten der Beschwerden hängt stark von der Dauer der PC-Arbeit ab. Mit zunehmender Dauer der täglichen PC-Arbeit steigt auch die Beschwerdenhäufigkeit.
Was sollte beachtet werden, um Augenbeschwerden zu vermeiden?
Um Augenbeschwerden zu verhüten, sind folgende vier Aspekte zu berücksichtigen:
1. Sind die Augen und ist das Sehsystem voll funktionstüchtig oder wäre allenfalls wieder einmal eine Kontrolle beim Augenarzt angezeigt?
So nimmt die Brechkraft der Augenlinse mit ca. 45 Jahren kontinuierlich ab, sodass unter Umständen auch für die PC-Arbeit eine «Lesebrille”» benötigt wird. Generell klagen Personen mit vorbestehenden Sehproblemen (Hornhautverkrümmung, verstecktes Schielen) häufiger über Sehbeschwerden am Arbeitsplatz.
2. Herrschen gute Sehbedingungen am PC-Arbeitsplatz? Die Sehbedingungen betreffen beispielsweise die Schriftgrösse bzw. Zeichenhöhe, welche etwa 3-4 mm hoch sein soll (12-er Arial) bei einem Auge-Bildschirmabstand von etwa 60-80 cm.
Die Schrift soll gut lesbar und mit einem möglichst hohen Kontrast (schwarze Schrift auf weissem Hintergrund) dargestellt sein. Wichtig ist neben den Darstellungen am Bildschirm auch, dass der Bildschirm nicht gegen eine Fensterfront gerichtet ist. Die grossen Helligkeitsunterschiede zwischen Bildschirm und Fenster erschweren die Wahrnehmung infolge Blendeffekten. Generell ist auch der natürlichen und künstlichen Beleuchtung im Büro grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Hier ist zu erwähnen, dass mit zunehmendem Alter auch der Lichtbedarf zunimmt. Zugleich steigt aber auch die Blendempfindlichkeit.
3. Wird die kontinuierliche «visuelle» Arbeit am Bildschirm regelmässig unterbrochen durch andere Tätigkeiten oder durch Pausen?
Durch Tätigkeitswechsel und regelmässige Pausen wird die statische Haltung (auch der Augen) unterbrochen. Sowohl die psychische als auch die körperliche Spannung können «gelockert» werden. Regelmässige «selbstgewählte» Unterbrechungen und Pausen beugen Beschwerden vor. Zudem erhöhen sie die Arbeitsleistung. Durch aktive Augen- und Pausenübungen kann der Erholungseffekt gesteigert werden
Wie kann man Rückenschäden vorbeugen?
Im Zusammenhang mit Arbeit am PC würde ich nicht von Rückenschäden, sondern von Beschwerden im Wirbelsäulenbereich sprechen. Vielfach ist es nicht die Arbeit am PC an und für sich, sondern die sitzende Tätigkeit in immer derselben (teilweise falschen) Haltung, in Kombination mit mangelnder Bewegung, welche Hauptverursacher der Beschwerden sind. Diese Beschwerden können durch die gute Arbeitsplatzgestaltung vorgebeugt oder eliminiert werden. Tätigkeitswechsel und damit einhergehend Haltungswechsel (z.B. stehend telefonieren, Gespräche stehend führen) während der Arbeit wirken vorbeugend. Unser Körper ist für Bewegung gemacht. Gerade Mitarbeitende mit bewegungsarmen Tätigkeiten sollten motiviert werden zu einem regelmässigen «bewegten Ausgleich» in der Freizeit, sei es durch tägliche Alltagstätigkeiten (Laufen mit Hund, zu Fuss zur Arbeit) oder durch regelmässiges Sporttreiben. Sporttreibende mit vorwiegend sitzender Tätigkeit klagen massiv weniger über starke Rückenbeschwerden gegenüber «Bewegungsmuffeln».
Gibt es auch Ernährungsrichtlinien, wenn man täglich am PC arbeitet?
Die Ernährungspyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung zeigt die bedeutendsten Komponenten der gesunden Ernährung auf. Die Bürotätigkeit ist geprägt von hohem mentalen Leistungsanspruch oft gepaart mit Zeitdruck und Hektik. Zugleich ist der Energieumsatz gering im Vergleich zu anderen beruflichen Tätigkeiten. Essen im Büroalltag sollte diese Aspekte berücksichtigen:
• Qualität statt Quantität beim Essen zur Vermeidung von Übergewicht
• Konzentration und mentale Leistungsfähigkeit erhalten durch genügende Trinkmenge, bewusste Auswahl der Kohlenhydrate (z.B. Vollkornbrot) und eiweissbetonte Mittagsverpflegung
• Geniessen statt Stressen: Zeit nehmen für Verpflegung, Kalorienbomben vermeiden (Gipfeli, Schokoriegel etc.)
Wie wichtig sind Pausen?
Tätigkeitswechsel und Pausen erhalten, wie oben erwähnt, die Leistungsfähigkeit. Sie beugen zudem Beschwerden vor. In dem Sinne ist eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit regelmässigen Pausen sehr bedeutsam, insbesondere auch für intensive, «stressreiche» Phasen der PC-Arbeit. Gerade unter Arbeitsdruck kann durch eine bewusste und regelmässige Pausenwahl dem frühzeitigen «mentalen Kräfteverschleiss» vorgebeugt werden im Sinne: «Lass den Stress sausen – mach Pausen».
Was gilt es sonst noch zu beachten?
Durch Bildschirmarbeit werden im Allgemeinen keine Gesundheitsschäden verursacht. Wenn dennoch nach längerer Tätigkeit am Bildschirmgerät Beschwerden auftreten – z.B. im Nacken, im Rücken, an den Augen – liegt die Ursache häufig in einer falschen Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes. Gute Arbeitsplatzbedingungen, Information an die Mitarbeiterschaft über die bedeutendsten gesundheitlichen und ergonomischen Aspekte am PC-Arbeitsplatz, aber auch die Selbstverantwortung aller Mitarbeitenden im Bezug auf körperlichen Ausgleich tragen dazu bei, Probleme vorzubeugen oder zu eliminieren.
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Die unendlichen Weiten des Internets in einer Hand: Das mobile Internet ist auf dem Vormarsch und bietet schlaue Anwendungen.
Seit der Lancierung des iPhone ist klar: Das Internet wird zur Standardanwendung fürs Handy.
Clevere Funktionen
Wer mit dem Mobiltelefon surft, kann unterwegs nicht nur E-Mails schreiben und Online-Zeitungen lesen, sondern auch Fahrpläne abrufen, sich mit Freunden vernetzen und Wissen anzapfen (siehe unten). Bis 2013 werden in Westeuropa rund 38 Prozent aller Handy-Nutzer vom mobilen Internet Gebrauch machen. Das wären laut dem Marktforschungsinstitut Forrester dreimal mehr als heute. Bis dahin gilt es aber, zwei Hürden zu überwinden.
Zwei Hürden
Erstens «sind tiefere Tarife fürs mobile Internet ein wichtiger Schritt», sagt Google-Sprecher Matthias Meyer. «Zudem sollten die Telekommunikationsunternehmen ihre Preise transparenter gestalten», ergänzt Robert Furger, Geschäftsführer von search.ch. Zweitens muss die Technik weiter reifen. «Wir erwarten, dass in den kommenden Jahren voll funktionsfähige Handy-Browser zum Alltag gehören», sagt Meyer.
Vernetzung
Mit dem deutschen sozialen Handy-Netzwerk Aka-Aki hat man seine Freunde stets griffbereit. Und das Beste: Dank Bluetooth kann man die Profile aller Mitglieder anschauen, die sich im Umkreis von 20 Metern befinden. Der Service ist kostenlos.
www.aka-aki.com
Service
Die Schweizer Suchmaschine search.ch hat fürs Handy die wichtigsten Funktionen zu einer kostenlosen Kompaktversion geschnürt. Damit kann man unterwegs Telefonnummern suchen, Fahrpläne abrufen und Wetterprognosen nachlesen.
www.search.ch
Wissen
Auch das Meyers Taschenlexikon macht mobil und präsentiert eine Ausgabe für das kleine Display – mit verlässlichem Wissen für unterwegs. Das Lexikon umfasst 150 000 Stichwörter und steht kostenlos zum Nachschlagen und Recherchieren bereit.
http://mobile.lexikon.meyers.de
Orientierung
Dank Google Maps Mobile verliert das Schweizer Handy nie die Orientierung – im öffentlichen Verkehr. Der Nutzer gibt Start- und Zielort ein und wählt anschliessend die gewünschte Streckenoption. Den Service gibt es kostenlos für fast jedes Java-fähige Handy.
www.google.com/gmm
Von Bartosz Wilczek
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Geschrieben von Bartosz Wilczek, 19. Aug 2008, Rubrik: Interview, Kommentare schreiben
Neue Talente braucht das Land, findet DJ Noise. Drei Gadgets für eine musikalische Fingerübung gibt es schon mal hier.
Tipps vom Profi
Schade sei, so DJ Noise, dass die Verantwortlichen kaum noch Schweizer DJs für die Street Parade engagieren. Neue Talente sind also gesucht. In diesem Sinn will der Zürcher schon seit längerem eine DJ-Schule gründen, «doch bisher kam immer etwas dazwischen». Zur Grundausrüstung eines DJs gehören zwei CD-Player und ein Mischpult. «Auf Plattenspieler und Vinyl kann man heutzutage gut verzichten.» Ein «vernünftiger CD-Player» etwa von Pioneer kostet um die 900 Franken, das Mischpult gibt es als Occasion ab 300 bis 500 Franken. Für Einsteiger reicht das.
Tracks im Netz
Und dann darf natürlich auch eine sorgfältig sortierte CD-Sammlung nicht fehlen – oder «eine funktionierende Kreditkarte». Denn auf Websites wie «beatport.com» oder «dj-download.com» stehen die Tracks «legal zum Download bereit». Diese mixt DJ Noise mit dem Programm Traktor DJ Studio in Verbindung mit FinalScratch. Für Einsteiger und Fortgeschrittene bieten auch die folgenden neuesten Musik-Gadgets einen kreativen, wenn auch nicht ganz günstigen Zugang in die Welt der elektronischen Musik.
Der mobile Alleskönner
Der Pacemaker ist nicht grösser als ein Brillenetui, vereint aber ein ganzes DJ-Equipment. Dank dem kleinen Gerätchen des schwedischen Herstellers Tonium hat der DJ ein Mischpult, zwei Plattenspieler und sein Musikarchiv auch unterwegs stets griffbereit. Der Pacemaker verfügt über 120 GB Speicher. Mit den beiden runden berührungsempfindlichen Bedienelementen kann man Mixes kreieren. Für zusätzliche Funktionen wie Loops, Hall-Effekte oder die Veränderung von Höhen und Tiefen gibt es spezielle Tasten. Über den Kopfhörer kann man die Tracks probehören.
Preis: 947 Franken.
www.djpacemaker.ch
Der innovative Soundtüftler
Der japanische Medienkünstler Toshio Iwai hat es entworfen. Und Yamaha hat es gebaut. Das Tenori-On ist eine Schnittstelle für «visuelle Musik» und soll auch Peter Gabriel und Björk zu innovativen Klängen inspiriert haben. Die Matrix des Tenori-On hat 16 mal 16 LED-Tasten, erfüllt Eingabe- beziehungsweise Spielfunktionen und ist zudem ein Display. Durch die Bedienung und die Interaktion mit den LED-Tasten sowie dem Licht, das sie erzeugen, kann der Soundtüftler eine Vielzahl von Spielmöglichkeiten nutzen. Aufnahmen kann man auf bis zu 16 Ebenen auch gleichzeitig abspielen.
Preis: 1390 Franken.
www.tenori-on.yamaha-europe.com
Das vielseitige Trio
Korg, der japanische Hersteller von Keyboards, präsentiert drei brandneue USB-Controller für den Computer und liefert damit ein Musikstudio im Kleinformat für zu Hause. Der nanoKEY hat 25 anschlagsdynamische Tasten und eignet sich bestens zum Komponieren am Computer. Mit dem nanoPAD wiederum kann man die passenden Rhythmen programmieren oder auch Akkorde speichern und diese per Tastendruck wiedergeben. Und mit dem nanoKONTROL liefert Korg noch das passende Mischpult, mit neun Fadern, neun Drehreglern und 18 Schaltern.
Voraussichtlich ab Ende 2008 auf dem Schweizer Markt.
www.korg.de
Von Bartosz Wilczek
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Geschrieben von Bartosz Wilczek, 5. Aug 2008, Rubrik: Interview, Kommentare schreiben
Interview mit Marcel Ruf, Direktor der Justizvollzugsanstalt Lenzburg

Ist Internet-Nutzung im Gefängnis erlaubt?
Marcel Ruf: Nein.Es gibt nur eine Ausnahme: Für die Onlineprüfung des SIZ-Lehrganges, die zweimal pro Jahr stattfindet, sind die Prüflinge online. Wobei die ganze Zeit zwei Prüfungsexperten vor Ort im Zimmer anwesend sind.
Vermutlich kommt es vor, dass Handys in Strafanstalten geschmuggelt werden. Die meisten von ihnen verfügen heute über einen Internetzugang. Können dagegen technische Massnahmen ergriffen werden?
Ja, und zwar der Einbau einer Störanlage oder der Einsatz von stationären Detektoren. Die mobilen Kleingeräte, sogenannte Mobifinder, sind nur für die Feinsuche von Nutzen.
Sind in Strafanstalten Störsender installiert, um den digitale Kommunikation mit der Aussenwelt zu verhindern?
Ja, aber bis heute in der Schweiz nur in der JVA Lenzburg. In Deutschland werden in den nächsten Monaten viele Gefängnisse umgebaut, wobei die Grenzwerte in Deutschland viel höher liegen. Aber man muss leider feststellen, dass bei den meisten Anstalten, ob in der Schweiz oder im Ausland, entsprechendes Fachpersonal Mangelware beziehungsweise überhaupt nicht vorhanden ist. Dem Einsatz von digitaler Technik, Elektronik und Elektrotechnik und aber auch von entsprechenden Gegenmassnahmen beziehungsweise Einschränkungen wird nicht gebührend Platz eingeräumt. Hier müssen die Anstalten noch dringend investieren, wenn sie nicht komplett ins Hintertreffen geraten wollen.
Das Internet bietet auch Möglichkeiten, die vom Strafvollzug produktiv genutzt werden könnten. Denkbar wären etwa Chats mit Seelsorgern, Psychologen, Sozialarbeitern, aber auch E-Learning-Anwendungen, die zur Integration oder Weiterbildung dienen können. Sind diesbezüglich Bestrebungen im Gange bzw. werden solche Dienste bereits genutzt?
Wir haben aktuell über 40 verschiedene Nationalitäten und ca. 22 verschiedene Sprachen bei den Gefangenen. Wir legen grossen Wert auf die direkte Kommunikation, umso mehr, da wir Sozialarbeiter, Seelsorger, Psychologen und Psychiater vor Ort haben. Eine Kommunikation per Bildschirm wäre bei diesen Bedingungen zum Scheitern verurteilt. Im Weiteren ist es mir wichtiger, die Gefangenen üben die Kommunikation per Mund als über die Tastatur. In der Aus- und Weiterbildung setzen wir aus den oben genannten Gründen auf den Frontalunterricht: Wir bieten Deutsch, Spanisch, Französisch, Englisch, Mathematik, Geschichte, Informatik und Musik an. Die meisten Fächer können mit europäisch anerkannten Diplomen abgeschlossen werden.
Existiert innerhalb einer Anstalt ein Intranet, worüber sich die Inhaftierten untereinander austauschen können, wo das Wochenprogramm nachzulesen ist, der Blog des Direktors oder ähnliches? Falls nein, wieso nicht? Welche Gefahren bestehen hier?
Nein, nur die Mitarbeiter haben ein Intranet zur Aus- und Weiterbildung. Hier scheitern wir einmal mehr an der Sprachenvielfalt, wobei mit einer reinen Insellösung durchaus sinnvolle Angebote denkbar wären. Wobei einige unserer Spezialisten auch hier ihren Unfug treiben würden.
Darf das Internet während Hafturlauben uneingeschränkt benutzt werden?
Obwohl wir praktisch keine urlaubsfähigen Gefangenen mehr haben, wäre die Benützung des Internets, im legalen Bereich, also für die Stellensuche, die Wohnungssuche etc., denkbar.
Ist es absehbar, dass die Internet-Nutzung im Gefängnis in Zukunft liberaler wird? Zu denken wäre an einen kontrollierten, gefilterten Internetzugang, wo nur bestimmte Seiten besucht werden können, etwa Online-Spiele, Wikipedia oder Nachrichtenseiten.
Ein kontrollierter, gefilterter Zugang ins Internet ist meines Erachtens nicht vorstellbar. Eine Kontrolle würde durch die Profis unter den Gefangenen innert Kürze aufgeweicht. Wir müssten im weiteren den Netzzugang auf die deutsche Sprache beschränken, da arabische, russische, chinesische Seiten nicht kontrollierbar sind. Zum Schluss ist es meiner Ansicht nach auch nicht die Aufgabe des Strafvollzuges, alle Annehmlichkeiten des freien Bürgers zur Verfügung zu stellen. Wer den freien Internetzugang wünscht, sollte nicht in den geschlossenen Strafvollzug geraten.
Wer ist die Entscheidungsinstanz im Strafvollzug?
Der Strafvollzug ist eine Sache der Kantone, wobei der Direktor normalerweise miteinbezogen wird.
Haben Sie Informationen, wie die Situation in anderen Kantonen bzw. im Ausland aussieht? Gibt es Beispiele einer besonders liberalen oder besonders restriktiven Behandlung der Frage Internet und Gefängnis?
In der Schweiz gibt es meines Wissens keinen Zugang ins Internet im geschlossenen Strafvollzug. In Deutschland zum Beispiel ist selbst die Verwendung von PC verboten.
Interview: Tobias Chi
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